Hidden Thrills

02.11.12
Monotales
1901 Records
Producer: Marco Jencarelli

«Hidden Thrills» serviert zwölf feine Lieder, freudvoll dargeboten von einer Band, der es pudelwohl ist in ihrer Haut. Dabei springen die «Thrills» schon beim ersten Anhören nur so ins Ohr. Die Melodien zum Beispiel. Alt wie die Erde und doch frisch wie der Morgentau in Durango haben sie nur darauf gewartet, von Monotales in klingende Wärme verwandelt zu werden.

Dann die Stimmen. Harmoniegesänge, kein bisschen weniger seelenvoll als bei den Flying Burrito Brothers. «Livin’ Alone Ain’t Easy», das Duett von Sänger Mauro Guarise mit Sarah Bowman – ein herbstlicher Instant-Evergreen. Welche Freuden könnten da noch versteckt geblieben sein? Ha! Haben wir die Texte schon erwähnt, deren verbalen Petarden dank Zeitzünder erst viel später explodieren?

Monotales. Mono für seinen Bezug zurück zu den Sixties; Tales für den Wunsch, Geschichten zu erzählen. Die Band beruft sich auf die klassische Schule: Byrds, Gram Parsons, Jayhawks bis hin zu Wilco. Gewürzt mit Rockabilly, Marvin Gaye und Elvis (Costello).

In der Musik der Monotales steckt Fernweh. Nicht Fernweh nach einem Ort aber, sondern Fernweh nach einer vergangenen Zeit.

Hanspeter «Düsi» Künzler