Weekend Love

02.09.16
Monotales
1901 Records
Producer: Monotales and Marco Jencarelli

Album Nummer drei – eine knifflige Sache. Daran können Musiker zerbrechen, oder aber sie steuern noch einmal ganz neue Höhen an. Bei den Monotales sah es zwischendurch nicht so aus, als würden sie die dritte, noch leere Linie in ihrer Diskografie füllen können. Nach dem tollen Erstling «Call Me a Stealer, Call Me a Thief» und der grossartigen zweiten Platte «Hidden Thrills» schien sich die Lage zu verdüstern. Das Line-up bröselte auseinander, es folgte eine Umbesetzung und begab sich im Sommer 2015 ins Studio, um dort an einer neuen Kollektion von Liedern zu arbeiten, die nun unter dem Titel «Weekend Love» die Monotales-Saga fortsetzen.

13 Songs mit feiner Melodieführung, kraftvoller Intonation, verwegen verzogenen Gitarrenlicks und einer immer mal wieder befreiend aufjaulenden Hammondorgel. Wer genau hinhört, begegnet in diesen Tönen und Texten leisen Verweisen auf grosse Meister. Aber bevor man sie irgendwo dingfest machen könnte, sind die Monotales bereits wieder ein paar Ecken weiter. Etwa indem sie, wie bei der ersten Single «It Ain’t You», einfach mal kurz in den Soul-Modus wechseln, aufgeraute Erinnerungsfetzen im düsteren Gegenwind wehen lassen («Must Have Been Someone Else») oder mit reduzierter Instrumentierung Raum schaffen für introspektive Betrachtungen von bewegender Klarheit («K’s Waltz»).

Wir lauschen der wunderbar hingecroonten, selbstvergessenen Ballade «And They Call It Summer» (mit der bezaubernden Heidi Happy am Gastmikrofon), rauschen durch die forsche Midtempo-Nummer «Mallory», besuchen den zornigen jungen Erzähler in seinem Refugium an der «Finley Street» und begegnen im Titelstück einem alternden, melancholisch gewordenen Womanizer, der noch einmal zu einem Rendezvous ausrückt, um dann doch wieder alleine zuhause am Küchentisch zu landen, wo ihm nur Schnaps und sentimentale Gedanken bleiben / Gesellschaft leisten.